10.06.2017 Busausflug Hamburg

Liebe Mitglieder, Liebe Gäste

Unsere diesjährige Busfahrt führte uns nach sorgfältiger Planung des Festausschusses und einigen Beteiligten, die diskret im Hintergrund mitgewirkt haben, in die Freie und Hansestadt Hamburg.
Mit 43 Personen war der Bus so gut wie ausgebucht. Bedauerlicher Weise konnten einige Mitglieder aus gesundheitlichen Gründen die Fahrt leider nicht mitmachen. Gäste aus Magdeburg, Braunschweig und sogar aus Übersee, die derzeit zu Besuch in Hannover verweilen, freuten sich darüber, dass sie die Fahrt mit uns gemeinsam unternehmen konnten.

Nun gestattet mir die künstlerische Freiheit, dass ich Euch noch ein paar Eckdaten über die Stadt Hamburg nenne, ehe die Fahrt beginnt!
Entstanden ist die Stadt im achten Jahrhundert nach Christus aus einer Befestigungsanlage, der Hammaburg, in der Karl der Große 810 eine Taufkirche zwischen den Flüssen Bille und Alster errichten ließ. Aus der Ansiedlungen rund um die Kirche entstand später das Bistum Hamburg. Durch die Nähe zur Elbe siedelten sich immer mehr Handwerker und Kaufleute an. Schon bald nahm die Ansiedlung das Ausmaß einer größeren Stadt an und im Mittelalter wurde Hamburg zu einer der größten Handelsmetropolen Europas. Schon bald schlossen sich einige Städte (Hannover gehörte einstmals auch dazu) zum Kaufmanns.- und Städtebund, – der Hanse zusammen. Hamburg gehört noch heute zu der Hanse und ist ein Stadtstaat. – Freie und Hansestadt Hamburg. Hamburg ist mit 755,3 Quadratkilometern Fläche und 1.814.597 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und hat den größten Seehafen Deutschlands. Der Containerhafen steht auf der Weltrangliste auf Platz 17.

Aber nun lasst uns die Reise beginnen.

Nachdem uns der sympathische Busfahrer Andreas von Lehrte nach Hannover-Lahe mitgenommen hatte, stiegen die dort schon wartenden Mitglieder und Gäste zu. Nach einer freundlichen Begrüßung unseres Vorsitzenden und des Busfahrers ging es zunächst auf die Autobahn 7 in Richtung Hamburg. Es wurde eine fröhliche, gemütliche Fahrt. Es ist doch immer wieder Bewundernswert, wie schnell die fröhliche Stimmung auf einer Reise mit den Mitgliedern des Vereins Filipiniana den Höhepunkt erreicht und sich auf diesem Level den ganzen Tag hält.
Hinter der Autobahnabfahrt Soltau Süd fuhren wir den Parkplatz Abelbeck an um zu Picknicken. Es war ein sauberer Parkplatz mit Toiletten, die sich über einen Besuch ihrer Reinigungskräfte sicher auch gefreut hätten. Es herrschte zunächst ein undurchsichtiges Gewusel am Bus, doch schon bald war ein reichhaltiges Buffet auf einem der dort vorhandenen Tische aufgebaut. Neben Buletten, Salaten und Hähnchenschenkeln gab es noch viele andere kulinarische Spezialitäten und schon bald hieß es: „Angerichtet ist!!!“
Jeder griff herzhaft zu und schon bald ging es gesättigt und mit Geschnatter weiter in Richtung Lüneburg.
Hinter Soltau Nord verließen wir die Autobahn und bogen in Bispingen auf die Bundesstraße 209. Durch eine idyllische Heidelandschaft, umgeben von dichten Wäldern ging die Fahrt zur Hansestadt Lüneburg.
Unser erstes Ziel war die Leuphana Universität, die 1946 als Pädagogische Hochschule ins Leben gerufen wurde und inzwischen viele verschiedene Fakultäten beherbergt.
Sehenswert ist das erst kürzlich fertiggestellte, von Libeskind entworfene, pyramidenförmige Zentralgebäude der Uni mit seinen pyramidenförmigen Anbauten.
Weiter führte uns die Fahrt in die mittelalterliche City Lüneburgs, die zum größten Teil noch original erhalten ist, da sie im Krieg nicht zerstört wurde. Dort hatten wir eine Stunde Aufenthalt und jeder konnte sich in das Getümmel stürzen oder gemütlich die Stadt erkunden.

Lüneburg lebte im Mittelalter vom Salz sieden und vom Salzhandel. Riesige Salzvorkommen unter der Stadt, in Wasser aufgelöst, traten als Sole an die Oberfläche und wurden von den Salzsiedern in riesigen Siedepfannen durch Erhitzen wieder zu Salz. Salz war im Mittelalter wertvoller als Gold und somit entstand ein reger Handel mit dem weißen Gold.
Lüneburg hat eine schöne Innenstadt mit vielen, kleinen Geschäften, die zum Bummeln einladen.

Über die A 39 ging es weiter Richtung Hamburg.
Erika, die in Harburg aufgewachsen ist, übernahm in der Nähe der Harburger Berge, einem Höhenzug südlich von Hamburg, das Mikrofon, machte uns auf den Hülsenberg, mit 155 Metern die höchste Erhebung dieses Gebirges, aufmerksam und erklärte uns, dass bei der großen Flut 1962, bei der über 300 Menschen ums Leben kamen, das Wasser bis an die Harburger Berge stand. Weiter führte uns der Weg über die Köhlbrandbrücke, einem monumentalen Bauwerk über den Köhlbrand, einem Mündungsarm der Süderelbe, in den Freihafen. Die Köhlbrandbrücke wurde 1975 fertiggestellt und sollte die Zufahrt für LKW, die bis dato immer mit einer Fähre übersetzen und lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten, erleichtern. Sie ist mit einer Durchfahrtshöhe von 53 Metern und einer Länge von 3618 Metern die zweitlängste Brücke Deutschlands. Auf dem Höhepunkt der Brücke hat man einen faszinierenden Ausblick auf die Hafenanlagen und Umgebung. Leider ist es nicht möglich, dort für eine Fotoaufnahme kurz anzuhalten. Die beiden Pylone, die die Brücke tragen, sind 139 Meter hoch. Durch den Freihafen, in dem die Kaufleute ihrer Zollfreien Waren lagern – Zoll wird erst erhoben, wenn die Kaufleute die Waren zum Verkauf nach Deutschland einführen, – fuhren wir weiter zur Elbphilharmonie, dem eigentlichen Ziel unserer Reise.

Schon von Weitem fällt einem das 110 Meter hohe, 2016 fertiggestellte Gebäude mit seiner markanten Glasfront und dem Wellenförmigen Dach ins Auge.

Die Elbphilharmonie wurde auf der Westspitze der Elbinsel Grasbrook oberhalb des Kai Speichers errichtet. Die Grundplatte des Gebäudes ist auf 1732 Eichenpfählen gelagert, die tief in den Elbboden gerammt wurden. Der Backsteinkörper des Speichers bildet zu der Glasfront der zwei Konzertsäle einen harmonischen Kontrast. Auf dem Dach des ehemaligen Tee – Kakao – und Tabakspeichers befindet sich im achten Obergeschoss die Plaza. Eine 82 Meterlange, gebogene Rolltreppe und eine kurze, normale sich anschließende Rolltreppe bilden den Haupteingang zum Gebäude. Wir hatten die Möglichkeit, dank der rechtzeitigen Order der Eintrittskarten durch unseren Finanzmanager Jörg Behmann, ohne Verzögerung bis auf die Plaza hinauf fahren zu können. Auf einem ca.einen Meter breiten Rundgang, der nach außen nur durch ein Geländer abgesichert war, bot sich uns ein herrlicher Anblick aus etwa dreißig Meter Höhe auf den Hafen und die Stadt.
Oberhalb des Speichers befinden sich die zwei Konzertsäle mit einmal 2100 Sitzplätzen und einmal 550 Sitzplätzen. Die Elbphilharmonie ist bedingt durch den Körper des Speichers im Osten 68 Meter und im Westen 22 Meter breit. Die Glasfassade besteht aus 2200 Glaselementen, wobei ein Element 72000 Euro kostet. Neben den Konzertsälen beherbergt das Gebäude noch ein Hotel und mehrere Eigentumswohnungen. Für den Erwerb einer solchen Wohnung muss ein gut Betuchter das Taschengeld von 12 Millionen Euro hinlegen und dennoch wird von einigen Bewohnern die Wohnung nur als Zweitwohnung genutzt. Zu erwähnen wäre noch, dass 29 Aufzüge zum Hotel und zu den Wohnungen führen.

Nachdem wir uns den Wind auf der Plaza um die Ohren haben wehen lassen, haben wir ein paar Stunden die Freiheit genossen und die Umgebung auf eigene Faust erkundet.

Einige Verwegene sind bis zum Jungfernstieg gewandert, (der Jungfernstieg liegt in der City Hamburgs an der Alster, führt vom Reesendamm bis zum Gänsemarkt und war die erste Straße Deutschlands, die 1838 asphaltiert wurde. Auf der Flaniermeile führten sonntags Familien ihre unverheirateten Damen, die Jungfern, spazieren.) Andere sahen sich in der Speicherstadt im Museum die Lagerung von Kakao, Tee und Kaffee an, während einige bis an (oder auf) Hamburgs sündigste Meile, die Reeperbahn, gingen. Die Reeperbahn war im Mittelalter eine lange, schnurgerade Straße, an der sich die Reepschläger niedergelassen hatten und Seile, Taue und Tampen für Schiffe herstellten. Die Nähe zum Hafen bot sich dazu an. Im Rahmen der Industrialisierung wurde die Reeperbahn überflüssig und immer mehr Damen des horizontalen Gewerbes boten ihre Dienste an der Reeperbahn an. Heute ist die Reeperbahn und Sankt Pauli Weltweit als sündigste Meile Hamburgs bekannt. Am Tag ist es einfach eine normale Flaniermeile, doch nachts brodelt dort das Leben!!!

Wir, Michael und ich, haben die Gegend um die Landungsbrücken ausführlich in Augenschein genommen. Es bot sich uns dort ein relativ geordnetes Durcheinander. Von jeder Seite wurde zu einer Hafenrundfahrt aufgerufen, zwischendurch kreischten Kinder, weil sie ihren Willen nicht bekamen, Barkassen tuteten, große Schiffe, die von Schleppern zu ihrem Liegeplatz geschleppt wurden, ließen ihr Horn erklingen und Angetrunkene grölten um die Wette.

Ein ganz normaler Tag an den Landungsbrücken.

Gegen 17 Uhr 30 trafen wir uns alle an den Landungsbrücken, um gemeinsam die Heimreise mit dem Bus anzutreten.

Bei Soltau, gegenüber des Parkplatzes Abelbeck fuhren wir auf den Rasthof „Vorm Wietzenbruch.“Dort machten wir zum Abschluss unserer schönen Reise noch einmal gemeinsam ein Picknick mit „Reste essen“ Anschließend fuhren wir Richtung Heimat. Alles in Allem war es eine schöne, gelungene Fahrt, die uns sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Ich möchte mich hiermit im Namen des Vorstandes bei dem Festausschuss und allen, die zum Gelingen der Fahrt beigetragen haben, herzlich bedanken.

Euer Schriftführer F.P.

Und hier eine Fotopräsentation und:
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